Ignus PF-Noob


Status: Offline Registriert seit: 21.09.2005 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 27.10.2005 - 16:16 |  |
> Eine schöne Geschichte über Herrn Müller (Müller Milch) > > Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus > Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden. > > Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken > von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal > gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt > nämlich lauter > Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich > stellen die Kühe > die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und > sorgt dafür, daß > sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt. > > Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar > der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. > Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, > er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er > sie in Sachsen, das ist ganz im Osten. > > Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon > viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte > produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. > > Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine > Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer > Fabriken mit Geld. > Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten > nie genug. > Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur > Post gebracht und > abgeschickt. > > Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die > Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über > 70 Millionen Euro geschickt. > > 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz > viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt. > > Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute > eingestellt. Hurra, Herr Müller. > Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele > Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht > verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und > Milchprodukte. > > Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren > vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist > nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. > > Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber > so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das > ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die > steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie > gekauft. > Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat > der Herr Müller > die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie > geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren. > > Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher > schon gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen > habt, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen. > > Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr > ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller > für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro > bekommen hat. > > Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. > Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm > geht. > > Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch > dafür, daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der > Herr Müller. > > Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn > Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 > ml rein, das > ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine > Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind > praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. > Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber > dasselbe. Da spart er > was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle > Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr > Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß > ich euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut. > > Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch > einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die > Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens > Billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer > hergestellt, für den > der > Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.
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